1926-1945
1946-1970
1971-1980
1981-1990
1991-2000
Unsere Chronik - 1991 bis 2000
Ab dem Jahr 1990 wurde es "ruhiger" im Ort, denn die ersten sechs Funkmeldeempfänger kamen in Trechtingshausen zum Einsatz. Wie es noch heute üblich ist, wurde von nun an erst einmal "stiller Alarm" über die Funkmeldeempfänger ausgelöst, bevor bei größeren Schadensereignissen ggf. im Anschluß die Sirene zum Einsatz rief. Man bekam als Außenstehender von einem Einsatz meist nur noch mit, wenn das Feuerwehrauto mit Blaulicht und Martinshorn zum Einsatzort eilt.
1993 stand die "Letzte Mühle" in Flammen, welches eine hohe Anforderung an Mensch und Material der Feuerwehrleute der gesamten Verbandsgemeinde stellte.
Im gleichen Jahr wurde das doch erheblich in die Jahre gekommene Feuerwehrschlauchboot von einem Rettungsboot RTB3 mit einem unsinkbaren Alurumpf abgelöst. In unserem zuständigen Einsatzbereich auf dem Rhein konnte nun von unserer Wehr mit einem wirklich hervorragend ausgestatteten Rettungboot eine Wasserrettung in kürzester Zeit eingeleitet werden.
Der Nikolaustag 1993 bescherte der Feuerwehr eine ganz besondere Überraschung. Der aus Basel stammende Tanker "Quentolina" hatte bei St. Goar durch eine Grundberührung leckgeschlagen und bis Bingen ca. 56 Tonnen Vacuumgasöl aus einem faustgroßen Loch in den Rhein verloren.

Im Trechtingshäuser Feuerwehrhaus wurde eine Einsatzzentrale eingerichtet, von der aus alle Aktivitäten der Feuerwehr koordiniert wurden.

Mit weißen Schutzanzügen bekleidet und mit Spachtel und Eimer "bewaffnet" kämpften die Helfer gegen das schmierige, dickflüssige Öl. Drei Tage lang säuberten die Helfer der Feuerwehr das Rheinufer und drehten wortwörtlich "jeden Stein einzeln um", um der Ölpest Herr zu werden.
Gruppenfoto von 1994
Ein verheerender Brand auf dem Schweizerhaus vernichtete die Stallungen und Teile des Wohngebäudes im Jahre 1994.
Ein Scheunenbrand in Manubach, sowie ein Dachstuhlbrand im Haus Böppchen brachten uns im gleichen Jahr 1994 zwei weitere schwerwiegende Löscheinsätze.

Wichtige Renovierungsarbeiten unseres Gerätehauses zwangen uns 1995 zu umfangreichen Arbeitseinsätzen durch die gesamte Feuerwehr, welche mehr als 850 Stunden in Anspruch nahm.

Um den Fortbestand eines vernünftigen Feuerwehrdienstes zu gewährleisten, wurde im November 1996 die Jugendfeuerwehr unter der Leitung von Michael Braun und Jochen Platz gegründet. So wurde auch zur Jugendarbeit in unserer Ortsgemeinde ein großer Beitrag geleistet.

Gruppenfoto von 1996
Ein Schiffsbrand im Jahre 1996 wurde unter Mithilfe der Bootsbesatzung des Vorspanndienstes Loh erheblich erleichtert, der die ersten Einsatzkräfte aus Trechtingshausen mit deren Schiff an den mitten auf Rhein treibenden Brandherd brachte.
Das absolute Highlight war 1999 unser neues Feuerwehrauto TSF-W mit dem neuen Funkrufnamen "Florian Rhein-Nahe 7-48". Nach langem Ringen gelang es der Feuerwehr Trechtingshausen unter Einsatz aller Möglichkeiten ein neues Löschfahrzeug nach Trechtingshausen zu holen und damit den Brandschutz unserer Ortsgemeinde weiter zu verbessern.
Einer der größten Brände und Tragödien erlebte die Feuerwehr Trechtingshausen bei ihrem Löscheinsatz im Juli 1999 auf dem Campingplatz Marienort. Dort brannte das Wohngebäude mit Anbau fast auf die Grundmauern nieder und bescherte den Einsatzkräften einen schrecklichen Anblick und einen bis heute unvergessenen Einsatz. Um den vom Brand Betroffenen zu helfen, wurde von unserer Feuerwehr umfangreiche Wiederaufbaumaßnahmen in Eigenleistung erbracht.
Im Jahr 2000 kam ein 27 Jahre alter Mann aus Bingen beim Schwimmen im Rhein ums Leben. In Höhe des Campingplatzes wurde er durch den Wassersog an einer Boje unter Wasser gezogen. Unser Rettungsboot eilte umgehend zur Unfallstelle - jedoch war die Strömung an dieser Stelle so stark, daß wir keine Chance hatten, an die Person, die inzwischen fast unter der Boje festhing heranzukommen. Selbst aus Mainz alarmierte Rettungstaucher konnten bei diesen lebensgefährlichen Strömungsverhältnissen nicht helfen. Erst ein Kran des Wasserbaus konnte die Boje anheben. Der Mann konnte leider nur noch tot geborgen werden.